Liebe Freunde der Kunst,

am Samstag, den 05. September 2026, eröffnet die Galerie Paqué die Ausstellung „Realität des Unbewussten“ mit Werken des russischen Künstlers Youri Jarkikh, der auch unter dem Künstlernamen Jarki bekannt ist.

Jarkikh, 1938 in Tichorezk in der damaligen UdSSR geboren, zählt zu den wichtigen Vertretern der russischen nonkonformistischen Kunst. Als Mitorganisator der legendären „Bulldozer-Ausstellung“ von 1974 setzte er sich früh für die Freiheit des künstlerischen Ausdrucks ein und geriet dadurch in Konflikt mit dem sowjetischen Regime. Nach Repressionen und seiner Ausbürgerung emigrierte er 1977 zunächst nach Deutschland, später nach Frankreich. Seit 2022 lebt und arbeitet der Künstler in Deutschland.

In „Realität des Unbewussten“ werden Bilder aus allen Schaffensperioden des Künstlers gezeigt. Die Ausstellung eröffnet damit einen umfassenden Blick auf Jarkikhs expressive, figurative Bildwelten voller innerer Spannung. Körper, Traum, Mythos und Erinnerung verschmelzen zu kraftvollen Kompositionen, in denen das Unbewusste sichtbar wird. Jarkikhs Malerei ist leidenschaftlich, drastisch und poetisch zugleich — eine Einladung, den Menschen jenseits seiner äußeren Erscheinung zu betrachten.

Ausstellungsdauer: 05.09. – 28.11.2026
mittwochs und samstags von 14:00 bis 18:00 Uhr (an Konzerttagen bis 17:00 Uhr)

05. September 2026

Musikstudio & Galerie: Gabriele Paqué
Blücherstraße 14
53115 Bonn

Galerie ab 15:00 Uhr geöffnet

 

15:30 Uhr: Konzert

Georgy Voylochnikov (Klavier) präsentiert Werke von L. v. Beethoven, A. Reicha und C. Debussy

Eintritt: 20,- €
Weitere Informationen und die Anmeldung zum Konzert finden Sie hier.

17:00 Uhr: Eröffnung der Ausstellung.

Einführungsrede von Elena Garreis (Tochter des Künstlers), zusammen mit den Galeristen

Werke der Ausstellung (Auswahl)

Gemälde des Künstlers Youri Jarki

Youri Jarkikh

Porträtfoto des Künstlers Youri Jarki

Bildrechte: privat

Youri Alexandrowitsch Jarkikh wurde am 16. Juli 1938 in Tichorezk in der UdSSR geboren. Nach seiner Schulzeit begann er eine Ausbildung bei der Handelsmarine. Schon früh zeigte sich seine künstlerische Begabung. Deshalb verließ er 1961 die Handelsmarine, um 6 Jahre lang an der Kunsthochschule in Leningrad zu studieren. Die Jahre nach seinem Examen waren dem freien Schaffen gewidmet. Sein Stil, den er in dieser Zeit entwickelte und seine Auffassung von darstellender Kunst, entsprachen nicht der offiziellen Meinung: Man lehnte es ab, seine Bilder auszustellen.

Eine private Gruppenausstellung im Atelier des Leningrader Malers Owtschinikow, Ende 1971 wurde von der Polizei geschlossen und die Bilder beschlagnahmt. Im Jahre 1973 zeigte die Redaktion der Zeitung Aurora, in ihren Räumen, auf eigenes Risiko und ohne Genehmigung der zuständigen Stellen, 16 Portraits. Nach Bekanntwerden dieser Ausstellung wurde die Redaktion geschlossen. Am 15. September 1974 organisierte die Künstlergruppe mit Youri Jarkikh, am Stadtrand von Moskau, eine Freiluftausstellung, die großes Aufsehen erregte. Auch diese, später bekannt als „Bulldozer-Ausstellung“, wurde unter Beteiligung einer großen Anzahl von KGB-Beamten und Milizionären sowie unter Einsatz von Wasserwerfern und Planierraupen gewaltsam abgebrochen.

Inzwischen war die Weltöffentlichkeit auf derartige Vorgänge in der Sowjetunion aufmerksam geworden. Weitere Ausstellungen, Ende September 1974 in Moskau und Ende Dezember 1974 in Leningrad, wurden nicht mehr von offizieller Seite behindert. Nach der „Bulldozer-Ausstellung” gründete Youri Jarkikh zusammen mit anderen nonkonformistischen Malern eine Initiativgruppe in Leningrad. Die Leningrader Gruppe wurde von ihm selbst geleitet. Während einer nächtlichen Fahrt von Moskau nach Leningrad war Youri Jarkikh Ziel eines Attentates. Er erlitt schwere Verbrennungen an den Füßen und musste vier Monate lang im Krankenhaus behandelt werden. Ein halbes Jahr lang befand er sich in ständiger ärztlicher Betreuung. Trotzdem organisierte er mit anderen Künstlern im September 1975 eine weitere Ausstellung in Leningrad. Kurze Zeit danach wurde ihm das Wohnrecht in Leningrad aberkannt. Er siedelte nach Moskau über. Am 22.05.1977 verhaftete man ihn dort und zwang ihn den Staat zu verlassen. Er stellte daraufhin einen Antrag auf Ausreise in die Bundesrepublik. Da er eine Einladung von Bekannten aus Westdeutschland vorzeigen konnte, wurde seinem Antrag in Bonn stattgegeben. Im Jahr 1978 zog er nach Frankreich um, wo er bis 2022 lebte und arbeitete.

In der Emigration hatte Youri Jarkikh ein ziemlich reiches Programm von mehr als 150 Ausstellungen: Deutschland, England, Österreich, USA, Frankreich, Italien, Japan, Monaco, Belgien, Schweiz. Später wurden Ausstellungen auch wieder in Russland möglich.

Bis heute steht das Werk Youri Jarkikhs in engem Zusammenhang mit der Frage nach künstlerischer Freiheit, innerer Unabhängigkeit und dem Recht auf eine eigene Bildsprache. Nach vielen Jahrzehnten in Frankreich lebt und arbeitet der Künstler seit 2022 in Deutschland und ist Mitglied des BBK Nürnberg. Seine Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, unter anderem im Staatlichen Russischen Museum in Sankt-Petersburg, im Museum für Moderne Kunst in Paris, im Museum Haus Beda in Bitburg sowie in der Sammlung Dr. Norton Dodge / Zimmerli Art Museum in New Brunswick.

Auswahl: Einzel- und Gruppenausstellungen

  • 2025(Re) Start, Kongresshalle, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst mit BBK Mittelfranken, Nürnberg (GER)
  • 2025Ausstellung im Centre d’Art Montolieu La Manufacture, Montolieu (FR)
  • 2022Russisches Roulette, Gallery M1 Kunstzone, Gera (GER)
  • 2021Museum of Non-Conformist Art, St. Petersburg (RUS)
  • 2021Leipzig Art Festival und Einzelausstellung, Gallery k., Leipzig (GER)
  • 2019Bulldozer Ausstellung – 45 Jahre danach, Galerie Thomas Hühsam, Offenbach am Main (GER)
  • 2019NordArt 2019, Kunstwerk Carlshütte, Büdelsdorf (GER)
  • 2019Radical Fluidity. Grotesque in Art, MISP – Museum für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, St. Petersburg (RUS)
  • 2018NordArt 2018, Kunstwerk Carlshütte, Büdelsdorf (GER)
  • 2018Russische Nonkonformisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Staatliche Galerie umění, Karlsbad (CZE)
  • 2018Alltagskampf, Kunstgalerie Fabra Ars, Grüne Zitadelle, Magdeburg (GER)
  • 2017NordArt 2017, Kunstwerk Carlshütte, Büdelsdorf (GER)
  • 2017Project Peace, Elizabethtown, Pennsylvania (USA)
  • 2017Einzelausstellung, Villa St. Paul, Nürnberg (GER)
  • 2016Victoria Regia, Betskoy Art Gallery / Bank Imperia, St. Petersburg (RUS)
  • 2015Leningrader Untergrundbewegung, Neues Museum, St. Petersburg (RUS)
  • 2014Nonkonformisten. 40 Jahre später, Neue Ausstellungshalle des Staatlichen Museums für Stadtskulptur, St. Petersburg (RUS)
  • 2013Einzelausstellung, Galerie Cheludiakoff, Belfort (FR)
  • 2013Einzelausstellung, Galerie Kitzki, Frankfurt am Main (GER)
  • 2012Einzelausstellung, Palais des Congrès / Espace Maillol, Perpignan (FR)
  • 2008Einzelausstellung, Zentrales Haus der Künstler, Krymsky Val / Tretjakow-Galerie, Moskau (RUS)
  • 2008Alphabet des Dichters, Peter-und-Paul-Festung, St. Petersburg (RUS)
  • 2000Ausstellung, Fondation Taylor, Paris (FR)
  • 2000Alphabet des Dichters, CRAM Midi-Pyrénées, Toulouse (FR)
  • 1998Alphabet des Dichters, Musée / Manufacture Royale, Montolieu (FR)
  • 1994Einzelausstellung, Fondation Prince Pierre de Monaco, Monte-Carlo (MON)
  • 1993Ausstellung, Musée des Beaux-Arts, Fribourg (SUI)
  • 1991Russische Nonkonformisten, Museum für Russische Kunst, Moskau (RUS)
  • 1990Abschaffung der Gravitation, Galerie d’Art de la Place Beauvau, Paris (FR)
  • 1989Einzelausstellungen, Nationalgalerie Erewan sowie Palast der Jugend, Leningrad (USSR)
  • 1985Einzelausstellung, Galerie Worpswede, Bonn (GER)
  • 1985Eidos, Fine Art Fair / Grand Palais, Paris (FR)
  • 1983Glücksspiele, Musée des Beaux-Arts, Belfort (FR)
  • 1983Einzelausstellung, Musée Toulouse-Lautrec, Albi (FR)
  • 1982Museum of Non-Conformist Russian Art, New York / Jersey City (USA)
  • 1978Inoffizielle russische Kunst, Nationalmuseum, Tokyo (JPN)
  • 1978Einzelausstellung, Musée des Beaux-Arts, Chartres / Tours / Laval (FR)
  • 1977Ausstellung, Institute of Contemporary Arts, London (UK)
  • 1977Die neue sowjetische Kunst, Wanderausstellung Washington / Zürich / Venedig (USA / SUI / ITA)
  • 1977Einzelausstellung, Galerie Katia Granoff, Paris (FR)
  • 1977Ausstellung, Haus Beda, Bitburg (GER)
  • 1976Ein Russisches Museum in der Verbannung. Sowjetische Malerei, Wanderausstellung Konstanz / Esslingen / Montgeron (GER / FR)
  • 1976Die zeitgenössische russische Malerei, Palais des Congrès, Paris (FR)
  • 1975Ausstellung nonkonformistischer Maler, Kulturzentrum Newsky, Leningrad / St. Petersburg (RUS)
  • 1975Russische nonkonformistische Maler, Wien / Braunschweig / Berlin (AUT / GER)
  • 1974Ausstellung von 50 nonkonformistischen Malern, Palast der Kultur Gaza, Leningrad / St. Petersburg (RUS)
  • 1974Bulldozer-Ausstellung, Moskau (RUS)
  • 1973Einzelausstellung von Porträts, Redaktion der Zeitschrift Avrora, Leningrad / St. Petersburg (RUS)

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Herzlichst
Gabriele Paqué

Hinweis Parken!
Parkmöglichkeiten in Bonn-Poppelsdorf, ca. 10 Gehminuten von der Blücherstraße entfernt! 

Mittwochs und samstags ist die Galerie von 14-18 Uhr geöffnet.
Nach telefonischer Absprache kann die Ausstellung auch zu anderen Zeiten besichtigt werden.
Blücherstr. 14, 53115 Bonn
Telefon: 0228-41076755

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Musikstudio und Galerie:
Gabriele Paqué

Blücherstraße 14
53115 Bonn

tel: 0228 / 41076755
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